Wenn pflegende Angehörige in Pflegezeit oder Pflegeteilzeit gehen, haben Sie Anspruch dass während dieser Zeit Beiträge für die Pensionsversicherung bezahlt werden bzw. sie unter bestimmten Voraussetzung in der Krankenversicherung mitversichert werden.

Der Bund übernimmt unbefristet alle Pensionsbeiträge für die selbstversicherte Person. Dieser entstehen keine Kosten. Diese Leistung kann pro Pflegesituation nur von einer Person genutzt werden. Sie bleibt auch während eines zeitweiligen stationären Krankenhausaufenthaltes der zu pflegenden Person aufrecht. Als monatliche Beitragsgrundlage gilt im Jahr 2013 ein Betrag von €1.081,80.
Voraussetzungen:

  • Stellen eines Antrages
  • Die zu pflegenden Person ist ein naher Angehöriger bzw. eine nahe Angehörige und muss Anspruch auf Pflegegeld der Pflegegeldstufe 3 oder höher haben
  • die Pflege muss in häuslicher Umgebung erfolgen und die Arbeitskraft der Pflegeperson erheblich beanspruchen
  • der Wohnsitz der Pflegeperson muss sich während des Zeitraums der Pflegetätigkeit im Inland befinden
  • Erwerbstätigkeit des pflegenden Angehörigen begründet keine Pflichtversicherung (z. B. maximal geringfügige Erwerbstätigkeit)

Ein Antrag ist bei jenem Pensionsversicherungsträger zu stellen, bei dem zuletzt Versicherungszeiten erworben wurden, d.h. bei dem Sie zuletzt pensionsversichert waren. Sind keine Versicherungszeiten vorhanden, dann ist der Antrag bei der Pensionsversicherungsanstalt zu stellen.

 

Begünstigte Weiterversicherung in der Pensionsversicherung für Zeiten der Pflege naher Angehöriger

Kostenlose Weiterversicherung in der Pensionsversicherung, wenn aufgrund der Pflege eines Angehörigen eine Pflichtversicherung beendet wurde oder die Selbstversicherung für die Pflege eines behinderten Kindes geendet hat. Die monatliche Beitragsgrundlage wird aus den Beitragsgrundlagen aus dem Jahr vor dem Ausscheiden aus der Pflichtversicherung ermittelt. Der Bund übernimmt unbefristet alle Pensionsbeiträge für die weiterversicherte Person. Dieser entstehen keine Kosten. Diese Leistung kann pro Pflegesituation nur von einer Person genutzt werden. Sie bleibt auch während eines zeitweiligen stationären Krankenhausaufenthaltes der zu pflegenden Person aufrecht. Die Weiterversicherung kann bis zu 12 Monate rückwirkend in Anspruch
genommen werden.

Voraussetzungen:

  • Stellen eines Antrages innerhalb von 6 Monaten nach Beendigung der vorhergegangenen Pflichtversicherung bzw. Selbstversicherung oder jederzeit bei 60 vorhanden Versicherungsmonaten
  • bei der zu pflegenden Person muss es sich um einen nahen Angehörigen bzw. eine nahe Angehörige handeln
  • die zu pflegende Person muss Anspruch auf Pflegegeld der Pflegegeldstufe 3 oder höher haben
  • Pflege in häuslicher Umgebung
  • die Arbeitskraft der Pflegeperson wird zur Gänze für die Betreuung beansprucht

Ansprechstelle für die Antragstellung ist der Pensionsversicherungsträger, bei dem Sie zuletzt versichert waren.

 

Wird mir diese Zeit auf die Pension angerechnet?

Sämtliche Zeiten, in denen eine Selbstversicherung zur Pflege eines behinderten Kindes oder eine beitragspflichtige Selbst- bzw. Weiterversicherung in der Pensionsversicherung bestand, werden als Beitragszeiten für die Pension berücksichtigt. Nur für die vorzeitige Alterspension bei Arbeitslosigkeit sind die Monate der freiwilligen Versicherung ohne Bedeutung.

Für mehr Informationen:

Sozialministerium – Sozialversicherungsrechtliche absicherung

Help.gv.at – Sozialversicherungsrechtliche Absicherung bei Pflegekarenz/Pflegeteilzeit

Pensionsversicherungsanstalt – Pflegende Angehörige

Sozialversicherungsrechtliche Absicherung

 

Selbstversicherung in der Krankenversicherung

Krankenversicherung mit Anspruch auf alle Sachleistungen (z.B.niedergelassene ÄrztInnen, Spitalsaufenthalte, Medikamente, Heilbehelfe und Hilfsmittel). Auch die Mitversicherung von Angehörigen ohne eigene Krankenversicherung ist möglich. Kein Anspruch entsteht auf Barleistungen (Kranken- und Wochengeld).
Die Beiträge müssen selbst bezahlt werden. Im Jahr 2014 beträgt der monatliche Höchstversicherungsbeitrag € 377,85. Bei schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen kann eine Herabsetzung des Beitrags beantragt werden (mindestens aber € 52,68 pro Monat).
Beginn des Versicherungsschutzes:

  • Sofort: wenn in den letzen 12 Monaten vor Versicherungsbeginn mindestens 26 Wochen eine Krankenversicherung bestanden hat, oder
  • wenn unmittelbar vor der Selbstversicherung mindestens 6 Wochen eine durchgehende Krankenversicherung bestanden hat.
  • Nach einer Wartefrist von 6 Monaten: wenn keine der obigen Voraussetzungen besteht. Hinweis: Innerhalb der Wartefrist von 6 Monaten müssen bereits Krankenversicherungsbeiträge bezahlt werden obwohl noch kein Versicherungsschutz besteht.

 

Voraussetzungen

  • Keine bestehende Versicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung (keine Pflicht-, Mit- oder andere Krankenversicherung)
  • Stellen eines Antrages (Wichtig: gleichzeitig Antrag auf Herabsetzung der Beitragsgrundlage stellen, um nicht sofort in den Höchstsatz eingestuft zu werden)
  • Hauptwohnsitz in Österreich
  • Zahlung der vorgeschriebenen Krankenversicherungsbeiträge

 

Ansprechstelle ist die zuständige Gebietskrankenkassa.

 

 

Beitragsfreie Mitversicherung in der Krankenversicherung

Pflegebedürftige Angehörige ab der Pflegegeldstufe 3 können über die versicherte Person beitragsfrei mitversichert sein. Angehörige, die eine versicherte pflegebedürftige Person ab der Pflegegeldstufe 3 pflegen, können beitragsfrei in der Krankenversicherung der
gepflegten Person mitversichert werden. Dies gilt auch für LebensgefährtInnen, die nicht mit dem/der Versicherten verwandt sind, aber seit mindestens 10 Monaten in einer
Hausgemeinschaft leben, kein arbeitsfähiger Ehegatte im selben Haushalt lebt und die Person dem/der Versicherten unentgeltlich den Haushalt führt. Das gilt für maximal eine Person im Haushalt.

Voraussetzungen:

  • Stellen eines Antrages
  • Die versicherte Person oder pflegebedürftige Angehörige der versicherten Person haben Anspruch auf Pflegegeld mindestens der Stufe 3
  • Pflege unter überwiegender Beanspruchung der Arbeitskraft durch: EhegattInnen oder eingetragene PartnerInnen, Verwandte in gerader Linie oder bis zum vierten Grad der Seitenlinie verwandt bzw.verschwägert, Wahl-, Stief- und Pflegekinder bzw. –eltern, eine nicht verwandte Person, die seit mindesten 10 Monaten im gleichen Haushalt lebt und unentgeltlich den Haushalt führt, sofern kein arbeitsfähiger Ehepartner vorhanden ist.
    Information zum Angehörigenstatus auch unter www.sozialversicherung.at unter „Leistungen“ (Auswahlzeile links) „Versicherungsschutz“ (linke Auswahl) „Angehörige“

 

Ansprechstelle ist die Gebietskrankenkassa, bei der die gepflegte Person krankenversichert ist.

 

Für mehr Informationen:

Sozialministerium – Sozialversicherungsrechtliche absicherung

Help.gv.at – Sozialversicherungsrechtliche Absicherung bei Pflegekarenz/Pflegeteilzeit

Wiener Gebietskrankenkasse – Pflegekarenz und Familienhospizkarenz – sozialversicherungsrechtliche Absicherung

Sozialversicherungsrechtliche Absicherung

Anrechnung der Pflegezeiten auf die Rahmenfristerstreckung in
der Arbeitslosenversicherung
Um Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung zu beziehen, ist eine Mindestbeschäftigungsdauer von 52 Wochen innerhalb der letzen 2 Jahre notwendig. Diese Frist von 2 Jahren verlängert sich um jenen Zeitraum, der für die Pflege eines Angehörigen mit mindestens Pflegegeldstufe 3 aufgewendet wird. Dies erfolgt automatisch, es ist kein Antrag notwendig.

 

Voraussetzungen:

  • Vorliegen einer begünstigten Selbst- oder Weiterversicherung in der Pensionsversicherung zur Pflege eines nahen Angehörigen, oder
  • Vorliegen einer kostenlosen Selbstversicherung in der Pensionsversicherung zur Pflege eines behinderten Kindes.

 

Für mehr Informationen:

Sozialministerium – Sozialversicherungsrechtliche absicherung

Help.gv.at – Sozialversicherungsrechtliche Absicherung bei Pflegekarenz/Pflegeteilzeit

Sozialversicherungsrechtliche Absicherung

Wenn Ihre Angehörige nicht mehr in der Lage wichtige Entscheidungen zu treffen, die ihr eigenes Leben betreffen, besteht für Sie die Möglichkeit Ihren Angehörigen rechtlich zu vertreten und wichtige Entscheidungen zu übernehmen. Mehr Informationen finden Sie unter der Rubrik “Recht und Regelungen für pflegebedürftige Personen” unter den jeweiligen Unterpunkten.

Weiterführende Links

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